Kapıcı in der Türkei: Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Gebäude

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Ein Kapıcı (ausgesprochen kah-puh-juh) ist der türkische Begriff für einen Hausmeister, Hauswart oder Gebäudeverwalter. In der Türkei ist der Kapıcı eine zentrale Figur in Wohn- und Gewerbeimmobilien und verantwortlich für Instandhaltung, Sicherheit sowie den täglichen Betrieb.

In den meisten Wohnanlagen (apartman) lebt der Kapıcı vor Ort (häufig in einer Erdgeschosswohnung) und übernimmt Aufgaben wie:

  • Reinigung der Gemeinschaftsflächen (Flure, Treppen, Aufzüge).
  • Müllabfuhr und Abfallentsorgung.
  • Kleinere Reparaturen (Rohre, Elektrik, strukturelle Mängel).
  • Sicherheitskontrollen (Zutrittsregelung, Meldung verdächtiger Aktivitäten).
  • Unterstützung der Mieter bei Lieferungen oder Notfällen.
  • Koordination mit Dienstleistern (z. B. Klempner, Elektriker).

Der Kapıcı wird in der Regel von der Wohnungseigentümerversammlung (site yönetimi oder kat mülkiyeti) angestellt und über monatliche Gebühren der Bewohner finanziert. Sein Aufgabenbereich variiert je nach Gebäudegröße – in größeren Komplexen arbeitet oft ein Team, während kleinere Häuser auf einen einzelnen Kapıcı setzen.

In der Türkei ist das Kapıcı-System tief in der städtischen Kultur verwurzelt und sorgt für reibungslose Abläufe in Gebäuden. Ausländische Eigentümer sollten sich mit dem Kapıcı ihres Hauses vertraut machen, da dieser oft erster Ansprechpartner bei Wartungs- oder Verwaltungsfragen ist.

Türkischer Begriff Deutsche Entsprechung Anmerkungen
Kapıcı Hausmeister Häufigster Begriff; impliziert Wohnsitz im Gebäude.
Apartman görevlisi Hauswart Formelle Alternative, oft in Verträgen verwendet.
Site yöneticisi Immobilienverwalter Wird in Wohnanlagen (site) genutzt.
Bakıcı Betreuer Informell; kann sich auf Aushilfen beziehen.
Superintendent Gebäudeverwalter In hochwertigen oder internationalen Kontexten genutzt.

Offizielle Vorschriften zur Gebäudeverwaltung finden Sie im Türkischen Amtsblatt (Resmî Gazete).

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Kapıcı in der Türkei: Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Gebäude

Ein Hausmeister mit zentralen Aufgaben in Wohnanlagen.

Ein kapıcı (ausgesprochen kah-puh-juh) ist in der Türkei der Hausmeister oder Hauswart eines Gebäudes. Er wird vor allem in Wohnanlagen (apartman) und geschlossenen Siedlungen (site) beschäftigt. Zu seinen Aufgaben gehören Instandhaltung, Reinigung der Gemeinschaftsflächen, Müllentsorgung und oft auch kleinere Reparaturen. In vielen Häusern übernimmt er zudem die Postverteilung und dient Anwohnern als erste Anlaufstelle.

Kapıcıs leben häufig direkt im Gebäude, meist in einer kleinen Wohnung (kapıcı dairesi). Besonders in Großstädten wie Istanbul, Ankara oder Izmir sind sie in urbanen Wohnimmobilien Standard – zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, doch in mittel- bis hochpreisigen Objekten aus Komfort- und Sicherheitsgründen fast immer vorhanden.

Nicht immer, aber die meisten mittel- bis hochpreisigen Gebäude schon.

In der Türkei hängt die Anwesenheit eines kapıcı von der Größe, Lage und dem Budget des Gebäudes ab. Die meisten apartmanlar in Großstädten wie Istanbul, Ankara oder Izmir beschäftigen einen – besonders bei 10 oder mehr Wohneinheiten. Kleinere Häuser oder ländliche Immobilien haben oft keinen festen kapıcı; hier übernehmen die Bewohner die Instandhaltung selbst oder beauftragen externe Dienstleister.

Luxuswohnanlagen und geschlossene Siedlungen (siteler) verfügen stets über einen kapıcı, oft ergänzt durch Sicherheits- oder Gartenpersonal. Ältere oder günstigere Gebäude teilen sich manchmal einen kapıcı mit mehreren Objekten, um Kosten zu sparen. Die genauen Regelungen finden sich im kat mülkiyeti kanunu (Wohnungseigentumsgesetz).

Finanziert durch monatliche Gebühren der Bewohner.

Das Gehalt eines kapıcı wird in der Regel durch die monatlichen aidat-Gebühren (Hausgeld) gedeckt, die alle Eigentümer zahlen. Die Höhe variiert je nach Stadt, Gebäudegröße und angebotenen Dienstleistungen. Luxusimmobilien erheben oft höhere Beiträge für zusätzliches Personal oder 24/7-Betreuung.

Die Gehaltsfestlegung obliegt der Hausverwaltung (yönetim kurulu) oder einer Immobilienverwaltungsfirma und muss den türkischen Mindestlohnvorschriften entsprechen. Manche kapıcıs erhalten zudem informell Trinkgelder oder Boni zu Feiertagen wie Ramadan oder Neujahr.

Geschützt durch türkisches Arbeits- und Mietrecht.

Ein kapıcı in der Türkei hat Anspruch auf die standardmäßigen Arbeitsrechte gemäß dem Türk Borçlar Kanunu (Türkisches Obligationenrecht). Dazu gehören ein schriftlicher Arbeitsvertrag, Mindestlohn, bezahlter Urlaub (jährlich zwischen vierzehn und sechsundzwanzig Tagen), Abfindung nach mindestens einem Jahr Beschäftigung sowie Sozialversicherungsbeiträge (SGK). Arbeitgeber (meist die Hausverwaltung) müssen zudem eine bewohnbare kapıcı dairesi bereitstellen, falls die Stelle mit Wohnmöglichkeit verbunden ist.

Eine Kündigung ohne triftigen Grund (z. B. Diebstahl oder Pflichtverletzung) kann zu Rechtsstreitigkeiten führen. Viele kapıcıs genießen langjährige Anstellung, da türkische Gerichte bei ungerechtfertigten Entlassungen oft zugunsten der Arbeitnehmer entscheiden. Hauseigentümer dürfen einen kapıcı nicht einseitig entlassen – Entscheidungen müssen von der Wohnungsgemeinschaft (Residents’ Association) genehmigt werden.

Nur bei besonderen Hausregeln oder in Notfällen.

Ein kapıcı darf den Zugang zu einem Gebäude einschränken, wenn dies von der Hausverwaltung (yönetim kurulu) oder der Eigentümergemeinschaft autorisiert wird. Typische Gründe sind nicht angemeldete Gäste, verdächtige Aktivitäten oder Verstöße gegen Hausordnungen (z. B. Lärmbelästigung). Eigentümern oder rechtmäßigen Mietern darf der Zutritt jedoch nicht ohne triftigen Grund verweigert werden.

In Wohnanlagen (siteler) arbeiten kapıcıs oft mit Sicherheitsteams zusammen, um Zugangskontrollen durchzusetzen. Bei Streitigkeiten können sich Bewohner auf die interne Hausordnung (yönetmelik) oder lokale Gemeindevorschriften berufen. Bei rechtswidriger Zutrittsverweigerung kann die Polizei eingeschaltet werden.

Kapıcıs kümmern sich um Instandhaltung, Sicherheitskräfte um Schutzaufgaben.

Obwohl sich die Aufgaben teilweise überschneiden, ist ein kapıcı vor allem für Instandhaltung, Reinigung und administrative Tätigkeiten (z. B. Postannahme, Reparaturen) zuständig. Ein güvenlik (Sicherheitskraft) hingegen übernimmt Überwachung, Zugangskontrolle und Notfallmanagement. In Luxusimmobilien oder siteler sind oft beide beschäftigt: Der kapıcı organisiert den täglichen Betrieb, während die Sicherheitskraft für die Sicherheit sorgt.

Kapıcıs dürfen gesetzlich keine Waffen tragen oder Personen festhalten, während zertifizierte Sicherheitskräfte begrenzte Vollzugsbefugnisse haben können. In kleineren Gebäuden übernimmt der kapıcı gelegentlich leichte Sicherheitsaufgaben (z. B. Kamerabeobachtung), sein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Instandhaltung.

Einfache Sätze und Tools helfen, die Sprachbarriere zu überwinden.

Viele kapıcıs in touristischen Gebieten (z. B. Istanbul-Beşiktaş oder Antalya-Lara) sprechen grundlegendes Englisch oder nutzen Übersetzungs-Apps. Für wichtige Gespräche lernen Sie Schlüsselphrasen wie:

• „Merhaba“ (Hallo)
• „Anahtarlarımı alabilir miyim?“ (Kann ich meine Schlüssel abholen?)
• „Çöpü ne zaman atıyoruz?“ (Wann ist die Müllabfuhr?)
• „Su kaçağı var“ (Es gibt ein Wasserleck)

Apps wie Google Translate (mit türkischem Offline-Paket) oder die Beauftragung eines lokalen emlak-Verwalters erleichtern komplexe Anfragen. Schriftliche Notizen oder visuelle Hilfen (z. B. Fotos von Problemen) sind ebenfalls nützlich. Denken Sie daran: Ein Lächeln und Höflichkeit sind der beste Einstieg.

Ohne kapıcı müssen die Bewohner die Instandhaltung selbst organisieren.

Fehlt ein kapıcı, übernimmt die Eigentümerversammlung (yönetim kurulu) oder einzelne Besitzer die Verantwortung für die Gebäudepflege. Aufgaben wie die Reinigung der Gemeinschaftsflächen, Müllentsorgung oder kleinere Reparaturen werden oft an externe Firmen ausgelagert – was die Kosten erhöht. Notfälle (z. B. Wasserrohrbrüche) können sich verzögern, wenn kein Hausmeister vor Ort ist.

Manche Gebäude verteilen die Pflichten unter den Bewohnern oder stellen Aushilfen an. Doch das führt häufig zu Uneinheitlichkeiten. In siteler (geschlossenen Wohnanlagen) ersetzen professionelle Hausverwaltungen den kapıcı meist durch vollständige Service-Teams. Kleinere Gebäude verlassen sich oft auf informelle Absprachen unter Nachbarn – was nicht selten zu Streitigkeiten führt.

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